Chronik
„Vom Güterschuppen zum Zeughaus“
Im Jahre 1987 erhielt der damalige Vorstand den Auftrag, sich um den Kauf/Pacht eines geeigneten Geländes zum Bau eines Zeughauses zu bemühen.
Die Stadt Hadamar hatte ihre Unterstützung im Rahmen der anstehenden Dorferneuerung zugesagt.
Das von der Stadt vorgeschlagene Baugelände entsprach aber nach Abwägung der anfallenden Kosten nicht den Vorstellungen des verantwortlichen Vorstandes. In den folgenden Monaten wurden viele Möglichkeiten diskutiert, ohne aber zu einer Entscheidung zu kommen. Durch den damaligen 2. Vorsitzenden Werner Woidich wurde Anfang 1989 der Vorstand informiert, dass die Bundesbahndirektion in Frankfurt am Main den Verkauf der alten Güterhalle von Hadamar in Erwägung zieht. Nach einer Besichtigung des Objektes durch den Vorstand wurde der Beschluss gefasst, die Güterhalle zu Erwerben. Nach monatelangen Verhandlungen über Kaufpreis und Grundstücksrechte wurde dann am 1. November das Grundstück mit der Güterhalle gekauft. Da das Gebäude der Güterhalle nach preußischen Musterplänen 1868 erstellt wurde, stand es unter Denkmalschutz. Das hatte natürlich einen erheblichen Einfluss auf die nun folgenden Umbaumaßnahmen, da auch Bestimmungen des Landesamtes für Denkmalpflege berücksichtigt werden mussten.
Im Winter 1989/90 wurden die Pläne für die erforderlichen Umbaumaßnahmen der Güterhalle erstellt.
Im April 1990 begannen dann endlich die Baumaßnahmen. Vorstandsmitglied Gisela Weis erstellte einen Bautenstandsbericht sowie die erforderlichen Bauzeichnungen. Als erstes mussten Anschlüsse zur Wasserversorgung und an die städtische Kanalisation erfolgen. In den folgenden acht Jahren wurden dann in vielen tausend Stunden durch freiwillige Helfer alle nur erdenklichen Arbeiten ausgeführt. Angefangen mit Abbrucharbeiten im innern der Halle über Erdaushubarbeiten für eine Teilunterkellerung (für Toiletten und Vorratsraum) bis zu Zimmermannsarbeiten um Schäden am Dachstuhl zu beseitigen. Eine weitere Herausforderung war das Abtragen des Hallenbodens auf Straßenhöhe, um die Zugwagen in die Halle zu fahren. Dazu musste auch noch ein großes Hallentor auf der Westseite des Gebäudes eingebaut werden.
1997 erfolgte der kostspielige Außenanstrich nach Vorgaben des Amtes für Denkmalschutz. Anschließend wurde an beiden Stirnseiten das Vereinswappen des Karnevalvereins 1906 e.V. Niederhadamar angebracht. Rund um das Gebäude erfolgte dann die Pflasterung mit Ökosteinen.
Im März 1998 wurden dann noch im Innern der Halle ein Kleiderraum mit Regalen fertig gestellt. Nach jahrelangem unermüdlichem Einsatz wurde von vielen fleißigen Mitgliedern ein Juwel geschaffen.
Am 21. Mai 1998 (Christ Himmelfahrt) konnte das Zeughaus beim Tag der offenen Tür dann auch eingeweiht werden. Die Einsegnung des Gebäudes nahm Pater Johannes vor. Zahlreiche Besucher und Gratulanten fanden sich an diesem Tag ein, um das das Gebäude in einer von vielen Führungen zu besichtigen.
In einer Bilddokumentation konnten die einzelnen Schritte der Renovierungsarbeiten von den interessierten Besuchern eingesehen werden.
Das Zeughaus stellt Heute einen Mittelpunkt des Vereinslebens dar. Hier können jetzt Zugwagen von Damen- und Herrenelferrat in einer beheizbaren Halle gebaut oder renoviert werden.
Für die vielen Kostüme, Uniformen sowie Instrumente gibt es einen speziellen Lagerraum im Obergeschoß.
Sperrige Utensilien können mit einem Kran im Dachboden der Halle untergebracht werden.
Für Vorstandsitzungen und Elferratstreffen entstand ein Versammlungsraum.
Besonders wichtig war die Teilunterkellerung für die Toiletten und einen Vorratsraum.
Die alte Theke aus der Mehrzweckhalle der staatlichen Glasfachschule fand in der Halle auch noch einen würdigen Platz.